2, Jan, 2020

Rheinische Post Dezember 2019 – Matthias Grass

VOM RHEIN AN DIE GIRONDE

Als die Mauer in Berlin fiel, war Barbara Schroeder gerade mit dem Kunststudium fertig. Die offene Mauer, die Betonelemente mit ihren Graffiti faszinierten die Künstlerin. Noch im gleichen Jahr entstanden ihre Mauerbilder. Horizontal wie die Mauer waren die Blätter, die sie auch Anfang der 1990er Jahre im Salon der Künstler im damaligen städtischen Museum Haus Koekkoek mit nach Kleve brachte. In ihre Heimatstadt, die sie nach dem Abitur verlassen hatte, um in Bordeaux Kunst zu studieren.

Wie Mauerelemente wirken auch die in diesem Jahr bei einem Arbeitsstipendium in Knysna an der Küste des Pazifik in Südafrika entstandenen neuen plastischen Bilder: Schwarze, borkige Arbeiten, die sie in dunkle Erde reiht und die vom Trauma eines vernichtenden Waldbrandes erzählen. Aber auch Hoffnung auf die Gesundung von Fauna und Flora machen sollen.


Die Kleverin bekam die Medaille der Akademie der Wissenschaften und Künste von Bordeaux verliehen, die 1712 von Ludwig XIV. gegründet wurde.

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